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2006

Die Orgel als raumfüllendes Instrument

Der Königin der Musikinstrumente zu begegnen, kann nur dann gelingen, wenn das Hören zu einem ganzheitlichen Erlebnis wird – das heißt, nicht nur mit den Ohren erfolgt, sondern die vom Orgelklang ausgehenden Schwingungen mit dem gesamten Körper erspürt werden. Kein anderes Musikinstrument geht mit dem Raum eine so untrennbare Symbiose ein wie die Orgel; vom ersten planenden Gedanken bis zum letzten, in den Raum hinein intonierten Pfeifenton, entsteht jeweils ein absolutes Unikat, das ohne den Raumklang Entscheidendes seiner musikalischen Persönlichkeit verlieren würde. Im Ostchor der Katharinenkirche steht die Hauptorgel auf der Orgelempore und entsendet ihre Klänge aus der Höhe – was ihre Begabung zur Transzendenz unterstützt. So heißt es auch oft überpersönlich: „Die Orgel spielt“, und der Spielende tritt in den Hintergrund; seit 2006 „spielt“ in der Katharinenkirche die Woehl-Orgel. Der eigentliche Standort der Orgel drängt sich dabei nicht gleich auf, doch ist die über acht Meter hohe Raumplastik des Orgelgehäuses mit ihren bis zu 6 Meter hohen sichtbaren Pfeifen bald ausgemacht. Das Orgelgehäuses ist überwiegend in einem grünen Farbton gehalten, was komplementär zum Sandsteinrot des Kirchengebäudes eine harmonisch Zwiesprache hält. Auch die Proportion der großen Orgelarchitektur – immerhin die Größe eines dreistöckigen Wohnhauses – folgt harmonischen Gesetzen: Der goldene Schnitt ist in allen Maßzahlen bestimmend und lässt den Gesamteindruck beinahe zierlich erscheinen.
weiterführende Literatur
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Der Königin auf ihrer Empore
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Orgelprospekt auf der Empore, Relief von der Seite