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1880

Akribisches Arbeiten - Abgüsse und Modelle bei der Restaurierung um 1880

Unter der Leitung des Kenners der gotischen Architektur, Friedrich von Schmidt, wurde die Katharinenkirche 1878-1889 aufwändig instandgesetzt. Er orientierte sich am historischen Baubestand. Allerdings war die Bauskulptur in einem schlechten Erhaltungszustand. Damit man aber eine Vorlage für die Rekonstruktion vor Augen hatte, wurde viel Figuren und Blattschmuck zunächst in Gips abgegossen; auch Inschriften am Bau wurden entsprechend gesichert. Bei sehr plastischen Bauteilen wurde der Abguss aus mehreren Schalenteilen zusammengesetzt. Diese Arbeitsweise lässt sich noch heute durch entsprechende Nahtstellen an den Gussschalenteile belegen. Auf Grundlage dieser Abgüsse wurde dann Modelle aus Gips gefertigt, die schließlich in Stein ausgearbeitet ausgearbeitet wurden Von den damals erstellten Abgüssen und Modellen haben sich etwa 100 Abgüsse und über 100 Modelle und 15 Gussschalen erhalten.
weiterführende Literatur
[1]
Zimmermann, Georg: Restaurierung und Renovierungen der Katharinenkirche seit 1689. In: Servatius, Carlo / Steitz, Heinrich / Weber, Friedrich: St. Katharinen zu Oppenheim. Lebendige Steine ‒ Spiegel der Geschichte. Oppenheim 1989, S. 489‒535.
[2]
Schöbel, Tina: Bauornament, Abguss, Modell – Gips bei der Restaurierung gotischer Bauskulptur im 19. Jahrhundert. In: Entwerfen und Verwerfen. Planwechsel in Kunst und Architektur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Festschrift zum 65-Jubiläum von Matthias Untermann herausgegeben von Marlene Klein, Charlotte Lagemann und Christa Syrer. Heidelberg 2022, S. 55–70.
[3]
Müller, Franz Hubert: Die St. Catharinenkirche zu Oppenheim. Ein Denkmal teutscher Kirchenbaukunst aus dem 13. Jahrhundert. Hauptband. 2. überarbeitete Auflage. Darmstadt 1836.
[4]
Schöbel, Tina: Sichern, Erhalten, Ergänzen – Restaurierungspraxis an der Katharinenkirche im 19. Jahrhundert. In: Oppenheimer Hefte 50 (2020), S. 52–67.
Stark verwitterter Fassadenschmuck am südlichen Langhaus vor der Restaurierung
Beispiel für Nähte an den Übergängen der Gussschalenteile, hier der Kopf eines Wasserspeiers