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14. /15. Jahrh.

Jüdisches Leben in Oppenheim

Ab dem späten 13. Jahrhundert ist eine jüdische Gemeinde in Oppenheim nachweisbar. Nach der Verfolgung in den Pestpogromen von 1349 siedeln sich bereits 1353 wieder Juden in Oppenheim an. König Ruprecht III. bestätigte den Juden im Jahr 1400 ihre Freiheiten und gewährt ihnen Wohnrecht, solange sie ihre Steuern zahlen. Das Oberamt Oppenheim ist damit eine der wenigen Gegenden in der Kurpfalz, die im späten 15. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde beherbergen. Jedoch waren die Schutzzahlungen für manche jüdischen Familien auf Dauer nicht tragbar. 1674 ist eine Auflistung der „Recognitionsgelder“ (Schutzgelder) für Juden aus dem überliefert. Die drei dort aufgelisteten Juden sind die einzigen, die Zahlungen ganz oder wenigstens zur Hälfte leisten konnten. Durch die jüdische Gemeinde entsteht auch der Bedarf an Räumen für den religiösen Gebrauch. 1324/25 wird in Oppenheim die erste Synagoge gebaut. Ein Ritualbad (Mikwe) ist hingegen bislang nicht nachweisbar. Die Synagoge wurde wohl 1349 im Zuge des Pogroms zerstört. Von dieser ersten Synagoge ist ein Inschriftenfragment am sogenannten „Gelben Haus“ (Kirchstraße 29) in Oppenheim erhalten; das heute dort stehende Gebäude stammt allerdings aus dem 18. Jahrhundert. Eine neue Synagoge in der Rathofstraße / Ecke Kirchgasse wurde 1864 mit finanzieller Unterstützung des Stadtrates errichtet. Diese Synagoge fiel 1938 der Reichspogromnacht zum Opfer.
weiterführende Literatur
[1]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Rheinland‒Pfalz. Kreis Mainz‒Bingen: Verbandsgemeinde Nierstein‒Oppenheim. Bearbeitet von Dieter Krienke. Band 18.3. Worms 2011. Die Inschriften der Stadt Oppenheim. Bearbeitet von Siegrid Düll. Wiesbaden 1984. (Die Deutschen Inschriften Band 23)
[2]
Löwenstein, Leopold: Geschichte der Juden in der Kurpfalz nach gedruckten und ungedruckten Quellen dargestellt. Frankfurt 1895.
[3]
[4]