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1424

Von Toten und Lebenden – die Michaelskapelle und der Stiftsbezirk

Der ummauerte Kirchhof markiert den ehemaligen Stiftsbezirk. Seit der Erhebung zum Stift 1317 entstanden in diesem Bereich weitere Gebäude, von denen heute allerdings so gut wie nichts mehr erhalten geblieben ist. Im Jahr 2001 fanden sich bei Bauarbeiten jedoch Reste eines gewölbten Kellers. Auf der Nordseite der Katharinenkirche wurde die Totenkapelle direkt an den Hang gebaut. Dieses Areal wurde vom 13. bis ins 18. Jahrhundert als Friedhof genutzt. Die mit dem Patrozinium des Erzengels Michael geweihte Kapelle wird in den Schriftquellen erstmals im Jahr 1424 erwähnt. Im Untergeschoß des zweigeschossigen Gebäudes findet sich das Beinhaus. In diesem sind noch heute die Gebeine von ca. 20.000 Toten untergebracht. Um Platz für neue Gräber zu schaffen, wurden die bei neuen Bestattungen aufgefundenen älteren Gebeine regelmäßig aufgesammelt und im Beinhaus säuberlich verwahrt.
weiterführende Literatur
[1]
Arens, Fritz: Die Katharinenkirche in Oppenheim. Bau und Ausstattung. In: Servatius, Carlo / Steitz, Heinrich / Weber, Friedrich: St. Katharinen zu Oppenheim. Lebendige Steine ‒ Spiegel der Geschichte. Oppenheim 1989, S. 9‒37.
[2]
Hanschke, Julian: Oppenheim am Rhein: Baugeschichte, Baudenkmäler, Stadtgestalt. Baugeschichtliche Forschungen zum historischen Stadtbild von Oppenheim am Rhein. Karlsruhe 2010. (Materialien zu Bauforschung und Baugeschichte, Band 16)
[3]
Schnabel, Berthold/Schöbel, Tina: Oppenheim, St. Katharina. Kollegiatstift. In: Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden. Band 3 M‒R herausgegeben von Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Hans Ammerich, Pia Heberer und Charlotte Lagemann (Beiträge zur pfälzischen Geschichte 26.3). Kaiserslautern 2015, S. 478‒517.
[4]
Michaelskapelle iin einer historische Fotografie um 1877.
Blick in das Beinhaus
Blick ins Beinhaus